ÖSTM Leichtathletik Halle 3000m und 1500m



Am dritten Tag nach dem Höhentraining stand ich an der Startlinie zu den 3000m Staatsmeisterschaften in der Halle in Linz. Die Beine waren frisch, keine Verletzungsprobleme, kein Radsturz wie im Vorjahr. Mit Carina Reicht war eine Konkurrentin mit vergleichbar starker Bestzeit genannt und nachdem sie doch einige Jahre jünger als ich ist und auf der kürzeren Langstrecke auch stark unterwegs ist, wollte ich es keinesfalls auf ein Sprintduell ankommen lassen.
Den ersten 1000er bin ich somit gleich einmal im Bereich meiner Bestzeit, in 3:10min angelaufen. Aus der Tatsache, dass sie mir ziemlich oft hinten auf die Schuhe gestiegen ist (kein Problem, kann passieren und macht niemand absichtlich!) und dem lauten Atmen schloss ich, dass ihr das Tempo auch nicht gerade leicht fällt.
Am zweiten KM änderte ich meine Taktik ein wenig und nahm an Grundtempo zurück, baute allerdings einige Tempowechsel ein - vor allem in den Kurven versuchte ich, immer wieder überraschend etwas anzuziehen. Das führt dann durch die Rhythmusänderungen natürlich erst recht dazu, dass einem öfters mal auf die Fersen gelatscht wird :D Solang mir niemand die Schuhe damit auszieht, ist alles gut, ist halt ein Rennen und jeder will gewinnen (Ergänzung: Ich hab das direkt nach dem Rennen so formuliert ... anscheinend eine Vorahnung für den nächsten Tag ...)
Ob das die richtige Taktik im Nachhinein war? Wahrscheinlich nicht, denn die Jüngeren kommen mit dem wechselnden Tempo eher noch gut zurecht und können dann am Schluss auch mit hohen Laktatwerten noch zulegen. Ich hab zwar auch auf den letzten 5 Runden noch versucht, mich irgendwie abzusetzen, aber zwei Läuferinnen konnte ich nicht abschütteln - Carina und Sandra (Schauer).
Damit war auch das Podium besetzt und meine Platzierung ziemlich klar, für einen schnellen Abschlusssprint hat es diemal für mich nicht gereicht und es wurde die Bronzemedaille.
Die Zeit ist in diesem eher taktischen Rennen nicht berauschend, wieviel mehr in einem schnelleren Rennen möglich gewesen wäre, kann man nicht genau sagen.

Durchgangszeiten: 1000m 3:10min, 2000m 6:32min (3:22min), 3000m 9:48,87min (3:16min) - ÖSTM BRONZE
Rundenzeiten der letzten 1000m: 40/40/41(Überrundung)/39(Überrundung)/36sec (Carina ist 32 und Sandra 33sec auf der Schlussrunde gelaufen - das habe ich am Ende eines 3000ers mit meinem Langstreckentraining einfach nicht drauf)

Wenn ich mir die Splits ansehe, gibt es da hinsichtlich Taktik also auf alle Fälle noch Verbesserungspotenzial für mich ...

Video vom 3000er:

Am Sonntag standen dann die 1500m am Programm. Nicht, dass ich im Vorfeld für die Mittelstrecke spezifisch trainiert hätte, aber wenn man schon da ist, kann man die Kombi auch gleich mitnehmen ... es gibt dann ohnehin leider wieder einige Zeit (coronabedingt - Absagen/Verschiebungen) keine passenden Wettkämpfe für mich und die beiden Rennen jetzt schieben die Form hoffentlich nochmal schön an.
9 Mädels waren gemeldet, davon allein der Bestzeit nach 6 Medaillenkandidatinnen - wobei man bei den jungen 200x-Jahrgängen immer mit größeren Leistungssprüngen rechnen muss. Dazu noch die Zweitplatzierte vom Vortag, Sandra Schauer, die eine 1500m-Bestzeit im Tempobereich ihrer neuen 3000m-Leistung stehen hatte und somit auch sicher noch zu den Podiumskandidatinnen hinzuzurechnen war. Favoritin war meine Vereinskollegin Carina Schrempf, die als 800m-Spezialistin eine ordentliche Grundschnelligkeit mitbringt.
Diese Voraussetzungen führten dazu, dass sich der Start nach Waschmaschine im Schleudergang, aber halt mit Spikes, angefühlt hat. Bei Carina waren Schuh und Socke zerfetzt und bei mir hing der rechte Schuh nach einem Fersentritt nur mehr irgendwie am Fuß - ich war wie in Schlapfen unterwegs, die Fersenkappe unter der Ferse.
Ich hab dann zunächst versucht, den Schuh ganz loszuwerden, dazu war er aber zu fest gebunden. Außerdem war ich nach dem Start auch ganz blöd auf Bahn 1 eingekeilt und außen liefen die anderen an mir vorbei. Ich entschloss dann, mich nochmal nach vorne auf Platz drei vorzukämpfen, um hoffentlich eine Medaille mit nach Hause nehmen zu können. Das ging auch nur, weil mit anfangs 37er-Runden - später sogar nur 39 - das Tempo eher moderat war (bei meiner Bestzeit waren es eher 35er-Runden). Auch, wenn es nur 7,5 Runden waren, die Distanz reichte aus, dass mein Schuh bei jedem Schritt ein wenig lockerer wurde und ich weiter hinten rausgerutscht bin. 
Mit hoher Frequenz und Abdruck aus dem linken Bein (mit festem Schuh) hab ich versucht, das Tempo zu halten, aber bei der Verschärfung gegen Ende hin hatte ich keine Chance, irgendwie Kraft auf den Boden zu bringen. 
Das war halt wirklich Pech, aber wenigstens ist es mir nicht beim 3000er passiert.

Rundenzeiten: 16(100m)/37/37/39/39/39(da bin ich schon überholt worden, wieder gestolpert)/39/38 - Endzeit 4:44,81min - 8. Platz

Video vom 1500er:

Leichtathletikergebnisse gibts immer beim ÖLV.

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