Französischer Duathlon Grand Prix - Les Herbiers

Nachdem der erste Duathlon Grand Prix in Frankreich für mich der einzige Duathlon dieses Jahr war, den ich nicht gewinnen konnte, wollte ich dies beim zweiten Antreten umsetzen :)
Wie schon ein paar Mal in diesem Jahr hatte ich in der Rennwoche zunächst ein paar gesundheitliche Probleme (in dem Falle allergische Reaktion auf Herbstpollen + Atemprobleme), die ich dann aber bis zum Renntag glücklicherweise gut im Griff hatte.
Wettertechnisch war es in Westfrankreich für Allergiker nämlich nicht ganz ideal - bestes Duathlon-Sommerwetter inklusive Bad im See nach dem Rennen, während in Wien daheim Weltuntergangsstimmung war ...
Diesmal ging auch mein Team Stade Francais als Führendes der Vereiswertung ins Rennen und wir sollten den Status auch behaupten. Das Startfeld war nicht ganz so groß wie gewohnt, aber nicht minder an Qualität.

Zu Beginn wurde, wie gewohnt im Duathlon, aber besonders auf den Sprintdistanzen, ein extrem hohes Tempo angeschlagen. Ungefähr 500m lang habe ich mich in zweiter Reihe gehalten, erst als sich alles ein wenig beruhigt hat, habe ich attackiert und eine Lücke aufgehen lassen. Mein Plan war, dass niemand direkt hinter mir laufen und den Windschatten nutzen kann und Sandra Levenez als erste Verfolgerin meine Teamkolleginnen Marion Legrand und Garance Blaut so ein wenig mitzieht (alle drei waren auch bei der Duathlon-WM im Juli gemeinsam mit mir am Start - aber eben für andere Nationen).
Die Rechnung ist voll aufgegangen.
Die Laufstrecke war fast durchgehend ohne Asphalt, viel Schotter, teils rutschig in Kurven - dafür wunderschön um einen Badeteich herum. Im Rennen kann man das leider nicht so genießen, die Stimmung dafür schon. Trotzdem wurde ich eher wenig angefeuert (nur vom eigenen Team ...), die Franzosen lieben halt vor allem ihre eigenen Landsleute :D

Knapp vor der Verfolgergruppe bin ich zum Wechsel gekommen und dann waren wir auch schon am Rad - allerdings nur zu dritt, da Garance leider beim Aufsteigen umgefallen ist und erst die nächste Gruppe erwischt hat.
Die Radstrecke war technisch und topografisch nicht allzu anspruchsvoll, drei Runden auf gesperrten Straßen waren zu absolvieren.

In Frankreich bin ich immer mit dem Teamrad unterwegs, um nur mit Handgepäck übers Wochenende fliegen zu können. Das ist schon ein merklicher Nachteil, die ungewohnte, nicht so sportliche Sitzposition, nicht so gute Laufräder, insgesamt ist das Rad nicht so auf mich zugeschnitten. Ich merke, dass ich hinter den beiden anderen Mädls im Windschatten bei flotteren Passagen richtig kämpfen muss - das ist mit dem eigenen Rad kein Thema. Vorne im Wind komme ich mir vor, als würde ich die Gruppe nur aufhalten. Dementsprechend unerfreut war auch Sandra, dass ich nicht so wirklich mitarbeiten konnte, um den Abstand nach hinten zu vergrößern.
Prinzipiell aber ist das eben das Wesen der Draftingrennen. Jeder versucht, das Beste für sich herauszuholen. Mit dem ungewohnten Material muss ich bei den Rennen einfach das Beste daraus machen und es nehmen, wie es ist. Das ist auch eine sehr gute mentale Übung.
Es war den anderen beiden nicht möglich, mich abzuschütteln und so sind wir zu dritt zum zweiten Wechsel gekommen.
Danach konnte ich wie geplant meine Laufstärke ausspielen und den Sieg holen.

Es läuft einfach sehr gut im Duathlon für mich dieses Jahr. Man kann das inzwischen ein bisschen "fad" finden, aber ich habe auch nicht auf diesem Level begonnen und jahrelang darauf hingearbeitet - immer wieder reflektiert, welche Fähigkeiten noch fehlen, wo ich mich verbessern muss. Und auch die Rennerfahrung, besonders bei den taktischen Draftingrennen, hilft enorm.

Nachdem auch meine Teamkolleginnen sehr stark unterwegs waren, gab es einen neuerlichen Sieg der Teamwertung als Draufgabe und der Vorsprung in der Jahreswertung ist somit noch einmal gewachsen.
In vier Wochen geht es dann zum Finale der Grand-Prix-Serie wieder nach Paris - direkt in der Hauptstadt wird das letzte Rennen stattfinden.

Gesamtzeit: 1:00:01h

4,7km Laufen: 15:58min (rechnerisch 3:23min/km, keine Uhr dabei, ca. 19sec/km langsamer als die Herren)
20,6km Rad (inkl. beider Wechsel): 34:45min (keine Leistungsmessung, da Leihrad)
2,7km Laufen: 9:20min (rechnerisch 3:27min/km, Herren hatten längere Strecke)

Platzierung gesamt: 1. (Teamwertung 1. Platz)

Ergebnisse Damen 1. Division
Ergebnisse Herren 1. Division

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